Facebook schluckt WhatsApp – oder: Der Untergang des Abendlandes

Sehr spannend. Wenn ich meine Timeline bei Facebook oder Twitter durchgucke, hagelt es heute Kommentare zur Übernahme von WhatsApp durch Facebook. Schön fand ich, dass Facebook seine gierigen Krallen nun in noch ein anderen soziales Netzwerk geschlagen hat und dass das ja die freie Marktwirtschaft und die Entscheidungsmöglichkeiten aushebeln würde … Das sehe ich dann doch etwas anders. Zum einen wird die freie Marktwirtschaft wohl nicht dadurch ausgehebelt, dass ein kostenfrei zu nutzender Service einen anderen kostenfrei zu nutzenden Service aufkauft. Und an Alternativen mangelt es auch nicht. Auch wenn ich mich dem Messenger-Wahn in der Vergangenheit etwas verweigert habe, habe ich mir (schon fast als Trotzreaktion) Threema fürs Android gekauft.

Threema ist WhatsApp in sicher. Und Sicherheit war in der Vergangenheit nun wahrlich kein Markenzeichen von WhatsApp. Threema verschlüsselt von Haus aus jede Kommunikation zwischen zwei Geräten vom Sender bis zum Empfänger. Keine Möglichkeiten, durch Abhören des WLANs alle Nachrichten mitzulesen (das geht bei WhatsApp) und auch keine Policy „Auf unseren internen Servern sind die Nachrichten unverschlüsselt, weil da ja eh keiner ran kommt“ (so läuft das bei der DE-Mail). Das die Server in der Schweiz und nicht in den USA stehen, beruhigt mich auch etwas. Auf der anderen Seite gibt es derzeit noch keine Multigerät-Fähigkeit. Das bedeutet, dass man den Account vom Android nicht auf dem iPad nutzen kann. Aber an einer Lösung dieses Problems wird derzeit gearbeitet und in meinen Augen ist das jetzt nicht so ein Drama.

Gut. Und warum nutzen dann alle WhatsApp und nicht Threema? Weil Threema Geld kostet und Geiz bekanntlich geil ist. Und dieser Microbetrag, den alle WhatsApp-Junkies in der Vergangenheit gespart haben, ist jetzt der Grund, warum alle darüber lamentieren, was für ein Verbrechen hier von Facebook am freien Konsumentenwillen begangen wird.

Leute, eure Entscheidung ist immer noch völlig frei. Geht hin, pack 1,60 Euro auf den Tisch des Hauses (iOS-Version kostet 1,79 Euro), macht Werbung und dann wertet ihr auch sehen, dass sich eure Kontaktliste wieder füllt.

Ich selber werde dann mal sehen, ob diese Messenger-Geschichte für mich überhaupt interessant ist. In der Vergangenheit habe ich WhatsApp nicht gebraucht und auch mein SMS-Bedarf war eher im einstelligen Bereich. Wer mich zu seiner Kontaktliste hinzufügen möchte, kennt in der Regel meine E-Mail Adresse oder findet mich unter meiner mobilen Rufnummer. Wenn wir uns persönlich treffen, lasse ich euch auch gerne meine ID scannen.

Links zum Thema:

  • Threema
  • Nein, WhatsApp verlinke ich hier nicht 🙂

Ein Gedanke zu „Facebook schluckt WhatsApp – oder: Der Untergang des Abendlandes

  1. Es wurde ja immer wieder davon gesprochen, aber als es dann soweit war, war der Ärger der Nutzer groß und viele haben sich nach Alternativen umgeschaut. Dennoch glaube ich nicht, dass dies Whatsapp bzw. Facebook geschadet hat, denn wie man an den Nutzerzahlen sehen kann, liegt Whatsapp trotz des Kaufes immer noch ganz oben.

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