Treffen der Generationen

Verwackelt, verpixelt, verrauscht. So muss das ultimative Handy-Konzertfoto aussehen.
Verwackelt, verpixelt, verrauscht. So muss das ultimative Handy-Konzertfoto aussehen.

Ich war gestern mal kulturell unterwegs. Eine Bekannte hatte gefragt, ob ich nicht Lust hätte, sie auf ein Konzert im Knust zu begleiten, auf dem ein paar Bekannte von ihr spielten. Kurz auf MySpace reingehört, die Musik (Indie-Rock) für nett befunden und zugesagt.

Da die Musiker teilweise mit meiner Begleiterin in die Klasse gegangen sind und diese eine knappe Dekade jünger ist als ich, hatte ich mich seelisch schon ein wenig darauf eingestellt, die Seniorenfraktion im Saal zu repräsentieren. Aber weit gefehlt. Zu unserer großen Überraschung lag ich im unteren Mittelfeld. Die Atmosphäre war ähnlich wie bei meinen Schultheateraufführungen früher. Neben Klassenkameraden der Musiker waren auch deren (enthusiastische) Eltern und (weniger enthusiastische) Geschwister am Start. Aber entsprechend entspannt war das Publikum allgemein. Das Standardgedeck war kein Herrengedeck sondern „ein Bier und ein Paar Ohrenstöpsel“. Keine saufenden Kiddies, sondern Väter, die die Tresendamen mit Bestellungen wie „zwei alkoholfreie Weizen“ zu spaßigen Suchaktionen trieben. Überhaupt war die Bedienung sehr nett, gut und korrekt. Wer ein Bier haben wollte, musste mit hoher Wahrscheinlichkeit seinen Ausweis vorzeigen. Lob und Anerkennung!

Von den Bands haben wir nur zwei gesehen, danach sind wir dann doch in Richtung unserer jeweiligen Betten aufgebrochen (schließlich weiß man innerhalb der Woche ja nie, woran man mit dem öffentlichen Nahverkehr ist). Die erste Band, deren Namen ich leider wegen der Ohrstöpsel (die mir den Rest des Abends gerettet haben) nicht mitbekommen habe, war recht durchwachsen. Melodisch ok, der Gitarrist trug einen ärmellosen Strickpulli über einem Hemd wie der brave Schüler von nebenan, der Sänger hatte wohl mehr Interesse daran, animalisch in Mikro zu göhlen, als dass sein Publikum den Text verstehen kann.

Die zweite Band, „Hobo Thirteen“, wegen denen wir überhaupt hier waren, war da schon deutlich besser. Melodischer, verständlicher Sänger, nette Lieder und schon soweit, dass sie zumindest grundlegend mit dem Publikum interagieren konnten. Wobei man zwei Dinge feststellen konnte: Väter, die zur Musik ihrer Söhne pogen, wirken nicht wie Respektspersonen. Und Söhne, die das Publikum zum Mitmachen animieren wollen und dann ihre Väter sehen, wirken plötzlich recht unbeholfen 🙂

Alles in allem ein netter Abend und wenn die Band live so spielen würde, dass man keine Ohrstöpsel braucht, könnte man sie bedenkenlos weiter empfehlen. Auf den MySpace-Seiten hinter den folgenden Links kann man mal in alle Band reinhören.

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